Knödelgeographie Bayerns
Der Knödel weist in Bayern eine sehr lange Historie auf. Zwar ist die gesamte alpenländische Küche, also insb. Österreich, Südtirol, aber auch Tschechien für ihre Knödelkultur bekannt. Bereits eine kurze Recherche zeigt jedoch die tiefe Verankerung von Knödeln (Plural-Schreibweise nach Karl Valentin) in der besonderen Kultur Bayerns: Der bayerische Semmel-, Brezen-, Kartoffel- und Leberknödel sind weder aus der Volksfest-, Festtags- und Wirtshauskultur des Freistaats wegzudenken, noch aus den Küchen unserer Großeltern und Urgroßeltern, die stolz zeigten, wie die runden Geschmackserlebnisse besonders gut gelingen.
Eine ganz besondere Geschichte erzählt zudem beispielsweise der Deggendorfer Knödel: Er wurde im Jahr 1266 sogar als Wurfgeschoss gegen kriegerische Eindringlinge verwendet. Der Kartoffelknödel ist angeblich zu Zeiten der Napoleonischen Kriege aus der Not heraus entstanden, weil nicht genügend Grießmehl vorhanden war. Räumlich gesehen sind insbesondere die Oberpfalz und Niederbayern als Kartoffelanbaugebiete typische Knödelgebiete in Bayern. So lässt sich in der Oberpfalz eine spezielle Variante des Kartoffelknödels mit Semmelbeimischung finden („Spotzen“). Es handelt sich um eine Mischung aus Semmelknödel und rohem Knödel. Aber natürlich sind – egal, ob Kartoffel- oder Semmelknödel – die kugelförmigen Gaumenfreuden in ganz Bayern, dem Alpenland und weit darüber hinaus beliebt. Wer wissen möchte, welche Knödel und andere Spezialitäten in Bayern besonders traditionsreich sind, kann sich in der Spezialitätendatenbank Bayern einen Überblick verschaffen – auch finden sich dort einige Rezepte.
Es wird also höchste Zeit, sich dem Knödel in seiner imperfekten runden Form, die ihn so vollkommen macht, von verschiedenen Seiten zu nähern und ihn so vielleicht noch besser als Inspirationsquelle für neue gestalterische Ausdrucksformen zu erkennen – er hat diese Aufmerksamkeit verdient!
Viel Spaß beim Erkunden, Schmunzeln und Gedanken weiterdenken…

