Ein Kreis hat weder Anfangs- noch Endpunkt und ist daher als ein Symbol der Unendlichkeit bekannt. Die runde Form weist weniger Spannung auf als ein Dreieck oder Rechteck und wirkt aufgrund ihrer inneren Geschlossenheit auf viele Menschen ruhig und harmonisch. Auch steht der Kreis für Weichheit, Unendlichkeit und Sicherheit – aber wird, vermutlich wegen seiner Stabilitätsassoziation, auch mit Langeweile verbunden. Langweilig ist der Knödel jedoch genauswenig in Form wie in Geschmack. Denn er ist nicht perfekt rund. Erst seine Imperfektion macht ihn ja so spannend.
Im Kochtopf dreht er sich, vormals untenliegende Knödel steigen auf. Und dies ist das unausweichliche Zeichen dafür, dass er bereit ist, einverleibt zu werden.
Doch warum dreht sich der Knödel im Kochtopf eigentlich?
Der Grund dafür ist die Luft, die der Knödelteig enthält. Wird der Knödel erhitzt, wird auch die eingeschlossene Luft erwärmt und dehnt sich aus. Da im Topf die Wärme von unten kommt, wird der untere Teil des Knödels schneller leichter, und dadurch dreht er sich im Wasser um. Über Wasser (ohne Deckel) kühlt die Luft im Knödel wieder ab und die Seite unter Wasser dehnt sich dagegen aus. Die Drehung beginnt von vorne. Theoretisch drehen sich festere Knödel (bspw. Kartoffelknödel) also viel seltener als fluffige (bspw. Semmelknödel).

The rise of the Knödel
Durch diese Prozesse wird der Knödel etwas größer und die Dichte ändert sich. Das spezifische Gewicht des Knödels ist geringer, die Dichte sinkt. Die Folge: Der Knödel treibt an die Oberfläche.
Dieses Phänomen folgt dem Prinzip des Archimedes, das besagt, dass „der statische Auftrieb eines Körpers (in unserem Fall ein Knödel) in einem Medium (hier: Wasser) genauso groß ist wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums“. Das ermöglicht den Aufstieg des Knödels!